Geschichtliches über Kleingladbach

(Erstellt von Willi Jansen und Peter Reitz - überarbeitet von Friedel Dreßen)

 

 

Erste Erwähnung der Bruderschaft Kleingladbach im Jahre 1456

Seinen Namen verdankt der Ort dem Gladbach, der auf dem Büchel (Hügel) entspringt und im Eschenbroich in den Mühlenbach mündet. Die Silbe „glad“ bedeutet in germanischen Flussnamen hell, glänzend, weist also auf das klare Wasser des Baches hin.

Der Mühlenbach hat seine Quelle im Golkrather Bruch, fließt durch den Nünes, das Kleingladbacher Bruch sowie zwischen Hückelhoven und Schaufenberg. Er mündet westlich von Millich in die Rur. Auf Kleingladbacher Gebiet betrieb er drei Mühlen, die Plätschmühle im Bruchend, die Stefensmühle an der Palandstraße und die Romersmühle. Alle Mühlengebäude sind erhalten, dienen jetzt aber als Wohnhäuser.

Kleingladbach ist eine sehr alte Ansiedlung, über deren Entstehung wir leider nichts Genaues wissen. In einem Dokument im Archiv der früheren Bezirksregierung Aachen wird das Bestehen der Bruderschaft von Kleingladbach im Jahre 1456 erwähnt. Der Bergerhof –in Richtung Houverath- ist in einem alten Regierst der Mannkammer Wassenberg als im Kirchspiel Gladbach liegend aufgeführt.

 

Gemeindewappen der Bürgermeisterei Kleingladbach

WappenSicher ist, dass Kleingladbach ab 1494 zum Herzogtum Jülich gehörte und der Herrschaft Wassenberg unterstand. Es besaß in der Nähe der Kirche eine öffentliche Gerichtsstätte. Diesem Gericht unterstanden die Orte Matzerath, Golkrath, Horst, Houverath, Eschenbroich und Brück. Die Schöffen führten ein Siegel aus dem Jahre 1572, das aus einem geteilten Wappenschild besteht. In der Oberen Hälfte befindet sich der Jülicher Löwe, in der unteren ein gekrönter Topfhelm mit vier Straußenfedern. Dieses Schöffensiegel wurde 1928 für die Bürgermeisterei Kleingladbach als Gemeindewappen genehmigt.

 

Bildung der Großgemeinde Hückelhoven-Ratheim 1935

Die gleichen Ortschaften, die dem Gericht Kleingladbach unterstanden, bildeten später die Bürgermeisterei Kleingladbach. Im Jahre 1876 hatte sie 2.355 Einwohner. 1935 wurde aus den Ortschaften Hückelhoven, Ratheim, Hilfarth, Kleingladbach, Schaufenberg und Millich die Großgemeinde Hückelhoven-Ratheim gebildet. Die Großgemeinde Hückelhoven-Ratheim wurde 1969 durch Verleihung der Stadtrechte zur Stadt erhoben. Durch die kommunale Neugliederung im Jahre 1972 erhielt die Stadt Hückelhoven (nicht mehr Hückelhoven-Ratheim) die Orte Brachelen, Baal, Doveren, Rurich und Altmyhl hinzu, so dass sie jetzt 39.105 Einwohner (Stand: 30.06.2010 – Quelle: Information und Technik Nordrhein-Westfalen) zählt, von denen etwa 2.100 in Kleingladbach wohnen.

 

Pfarrkirche zum heiligen Stephanus

Das älteste Bauwerk in Kleingladbach ist die Pfarrkirche zum heiligen Stephanus. Sie stammt aus dem 15. oder 16. Jahrhundert. Ursprünglich war unsere Kirche ein einschiffiger, spätgotischer Ziegelbau. Die Seitenschiffe wurden im 17. Jahrhundert hinzugefügt. Als Erbauer der ältesten einschiffigen Kapelle wird ein Ritter von Paland genannt. Er war der Amtmann von Wassenberg und hatte hier anschauliche Besitzungen.

Früher bestand der alte Westturm im unteren Teil aus Bruchsteinen; sein Dach, über das sich ein mit Schiefer bedeckter Dachreiter erhob, überragte nicht das Schiff der Kirche. Dieser ursprünglich niedrige Turm wurde im Jahre 1900 abgerissen und der jetzige Turm errichtet, der 1902 fertig gestellt war. Hierbei wurde auch das Mittelschiff um ein Joch verlängert.

Die älteste Glocke unserer Kirche stammt aus dem Jahre 1477 und ist dem Kirchpatron, dem hl. Stephanus geweiht.

Der alte Friedhof lag früher ca. 90 cm höher als unsere Kirche. So musste man 4 bis 5 Stufen ins Innere der Kirche absteigen. Man trug deshalb im Jahre 1822 den alten Friedhof entsprechend ab, da das Kirchengebäude sehr unter Feuchtigkeit zu leiden hatte.

Bis 1850 gehörte Golkrath und bis 1915 Houverath zur Pfarrgemeinde Kleingladbach. Der Weg zwischen Golkrath und Kleingladbach war der sogenannte Messweg. Aus dieser gemeinsamen Zeit resultiert die Tradition, dass die Schützenbruderschaften aus Hoverath, Golkrath und Kleingladbach an jedem Gründonnerstag abwechselnd eine Fußprozession zu einer der Pfarrkirchen abhalten, um anschließend gemeinsam die hl. Messe zu feiern.

Die Pfarrkirche St. Stephanus wurde von 1984 – 1991 zunächst außen und dann auch von innen vollständig restauriert. Dabei wurde im Inneren eine alte barocke Bemalung freigelegt. Nach diesen Vorgaben ist dann der Innenanstrich erfolgt. Auch die 6 Holzfiguren, der hl. Antonius, Aloisius, Josef, Barbara, Elisabeth und Herz Jesu, wurden nach Restaurierung und farblichen Anstrich wieder in der Kirche aufgestellt.

Zudem ist ein Altartisch aus den ehemaligen Kommunionbänken neu gefertigt worden. Desweiteren befindet sich in der Kirche ein Taufstein aus dem Jahre 1763.

In den fünfziger Jahren entstand im früheren Palmbusch ein neuer Friedhof. Der alte Friedhof, der sich im Bereich rund um die Kirche befand, wurde Anfang der siebziger Jahre weitgehend eingeebnet. Auf dem Weg zur Kirche befindet sich ein Missionskreuz aus dem Jahre 1747. Einzelne Gräber, Grabmale sowie die beiden Kriegerdenkmale, die an die Gefallenen und Vermissten der Weltkriege 1914 – 1918 und 1939 – 1945 erinnern, ergeben nunmehr eine geschlossene Anlage, deren Mittelpunkt die Pfarrkirche bildet.

Bis 1953 befanden sich in der Pfarrkirche 14 in Öl gemalte und mit Eichenrahmen versehene Kreuzwegstationen, die aus unbekannter Zeit stammen und mehrere Jahrhunderte alt sein dürften. Aufgrund des Zeitgeistes in den fünfziger Jahren und der daraus resultierenden Entscheidung, die Kirche mit einem gotischen Innenanstrich zu versehen, zu der diese Kreuzwegstationen nicht mehr passten, wurden sie an eine Gemeinde in der Eifel verschenkt.

1994 erhielten wir diese Stationen wieder zurück, da sie nicht mehr gebraucht wurden. Sie wurden restauriert und haben wieder ihren ursprünglichen Platz in der Kirche gefunden.

 

Lage der Schule

Eine Schule lässt sich in Kleingladbach erst nach 1776 nachweisen. Früher lag sie zuerst in der Nähe der Kirche am Friedhof, danach seit 1830 auf der Ecke Erkelenzer Straße / Palandstraße (Gebäude der heutigen Zweigstelle der Kreissparkasse). 1962 beschloss der Gemeinderat der Großgemeinde Hückelhoven-Ratheim den Neubau einer modernen Schule am heutigen Amselweg. Diese Schule dient heute als Grundschule und Kindergarten von Kleingladbach.